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Bund der Freien Waldorfschulen: Neues Grandt-Buch ist unseriös und lässt jegliche journalistische Sorgfalt vermissen

Stuttgart. Der Bund der Freien Waldorfschulen verwahrt sich auf das Schärfste
gegen den Vorwurf, die Schulpraxis an den Waldorfschulen befinde sich nicht in
Einklang mit den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland. Dieser Vorwurf
wird in den Medien auf der Grundlage eines so genannten „Schwarzbuch
Waldorf“ erhoben, das in Kürze im Gütersloher Verlagshaus erscheinen soll.

Verschiedenen Redaktionen liegt offensichtlich ein Vorausexemplar vor. Das „Schwarzbuch“ des Journalisten Michael Grandt ist nach Auffassung des
Vorstands des Bundes der Freien Waldorfschulen ein Lehrstück schlechter Recherche, das nicht sachlicher Aufklärung, sondern der Verunglimpfung der Waldorfschulen dienen soll, die weltweit erfolgreich sind. Ein so genanntes "Schwarzbuch Anthroposophie" desselben Autors wurde vor zehn Jahren wegen zahlreicher Fehler von einem Wiener Verlag zurückgezogen.
Auch die neue Publikation Grandts lässt jeglichen Ansatz von journalistischer Sorgfalt vermissen. Wesentliche Aussagen in Grandts Buch sind Behauptungen ohne Quellenangaben. Wo Quellen genannt sind, sind diese oft veraltet oder falsch zitiert.
Wissenschaftliche Studien, die gerade in jüngster Zeit zur Waldorfpädagogik erschienen sind und durchaus positive Ergebnisse für die Waldorfschulen
nachgewiesen haben, werden nicht oder nur so wiedergegeben, dass sie in die Vorurteilsstruktur des Autors passen. Praxisbelege für seine absurden Unterstellungen konnte er an den Waldorfschulen offensichtlich nicht finden.
Bei den Kapiteln zur Waldorflehrerausbildung wird in keiner Weise darauf eingegangen, dass die Waldorflehrerseminare seit langem evaluiert werden und wie alle anderen Hoch- und Fachhochschulen derzeit einer starken Veränderung durch den Bologna-Prozess mit entsprechenden Anerkennungsverfahren unterworfen sind.
Von einer „fundierten Kritik“, wie es Grandt selbst dargestellt hat, kann daher keine Rede sein. „Einziges Ziel der Publikation von Grandt ist es, mit exotischen Zitaten zur Anthroposophie die Waldorfschulbewegung zu verunglimpfen und damit Geld zu
verdienen“, sagte Henning Kullak-Ublick vom Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen. Grandts Behauptung, an Waldorfschulen werde Anthroposophie gelehrt, sei schlicht falsch und widerspreche den elementarsten Grundsätzen der
Waldorfpädagogik.
Im Gegensatz zu Grandts Behauptungen sind Waldorfschulen keine Weltanschauungsschulen: Sie werden daher auch nicht als solche, sondern als
„Schulen besonderer pädagogischer Prägung“ von den Kultusministerien der Bundesländer geprüft und genehmigt.
Eine im Jahr 2007 vorgelegte Absolventenstudie (Heiner Barz, Dirk Randoll: Absolventen von Waldorfschulen. Eine empirische Studie zu Bildung und
Lebensgestaltung. VSVerlag Wiesbaden, Februar 2007) belege eindeutig, dass
Waldorfschüler nicht nur nicht zur Anthroposophie erzogen, sondern ihren Schulen im Gegenteil eine überdurchschnittliche weltanschauliche und religiöse Toleranz zusprechen würden.
Quelle: Bund der Freien Waldorfschulen

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25. November 2007
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