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Tag der offenen Tür in der Waldorfschule

Unter dem Farbenkreis im Kleinen Haus präsentierten sich beim Tag der offenen Tür der Freien Waldorfschule Saarpfalz erstmals nahezu alle Gruppen und Initiativen der Schulgemeinschaft und machten so das über viele Jahre dicht und dichter gewordene Netzwerk aus Lehrern, Eltern und Schülern sichtbar, das außerhalb des Unterrichts entstanden ist.

Von der Krabbelgruppe bis zur Elternschule, vom Bastelkreis zur Schnitz AG, vom Baukreis zum Finanzkreis war alles vertreten, was sich gezielten Aufgaben und speziellen Interessen widmet oder sich zu Bewegungs- und Meditationsangeboten wie Volleyball, Tanzen oder Yoga zusammenfindet.

Die Gelegenheit nutzten auch Instrumentallehrer Lutz Schindeldecker und der Berufskomponist Daniel Seel, um auf ein neues Projekt aufmerksam zu machen und dieses vorzustellen. Geplant ist der Aufbau eines großen Schulorchesters, das die vielfältigen Aktivitäten an der Schule unterstützen soll (z.B. die Eurythmie), Feiern umrahmen wird und die Schule quasi als musikalischer Bote auch nach außen hin repräsentieren könnte. „Es gibt ja schon viele Ensembles an der Schule. Sei es das Mittelstufenorchester, verschiedene Klassenorchester oder auch der Eltern-Lehrer-Schüler-Chor. Doch alle Aktivitäten scheinen irgendwie zerfasert zu sein“, sagt Seel. Das bedeutet nun nicht, dass jegliches musikalisches Projekt zentralisiert werden soll. Aber: Es sollte möglich werden einen festen „Klang“körper auf die Beine zu stellen und systematisch aufzubauen. Diese Aufgabe eben hat Seel, selbst zur Elternschaft der Schule gehörend, übernommen. Rund 30 Anmeldungen lägen bereits vor. Eine Hürde für Interessierte haben die Musik-Experten der Schule schon bald nach Projektbekanntmachung beseitigen müssen. Seel: „Wir hatten ursprünglich ein Vorspiel geplant, um Fähigkeiten, Talente und Leistungsstand der Musiker besser einschätzen zu können. Doch die meisten empfanden dies als Prüfung und scheuten sich deshalb, sich dem Projekt anzuschließen.“ Dennoch: Bestimmte Voraussetzungen sollten gegeben sei. So etwa ein gewisses Maß an Ernsthaftigkeit und Anspruch, aber auch Lust und einfach nur Spaß. Klassische Musik – von der Renaissance bis zur Moderne – sollen zunächst Arbeitsschwerpunkt sein, es besteht aber auch die Möglichkeit, die Auswahl der Stücke auf poppige und jazzige Werke auszuweiten. „Unser Ziel ist, das Orchester so fit zu machen, dass wir vielleicht sogar eine Bachkantate oder eine Mozartsinfonie vortragen können“, sagt Seel. Jeder, der ein Instrument spielen kann, kann sich gerne melden. Anmeldeformulare gibt es im Sekretariat der Schule, Infos auch bei Daniel Seel, Tel. 06804-914565.

Der Tag der offenen Tür gab Eltern natürlich nicht nur die Möglichkeit die einzelnen Initiativen und Arbeitsgruppen kennen zu lernen. Die Klassen waren für Publikum geöffnet, die Besucher hatten somit die Gelegenheit eines unmittelbaren Einblickes in den Unterricht. Zurzeit werden 435 Schülerinnen und Schüler bis hin zum Abitur an der Schule ausgebildet. Viele der Erstklässler wechseln unmittelbar vom angegliederten Kindergarten in die Schule über. Dass das Interesse an der Waldorfschule so groß ist, hat einen wesentlichen Grund, den Geschäftsführer Oliver Wagner so formuliert: „Bis zum Alter von sieben Jahren sehen wir ein Kind noch als Kleinkind. In der Eingangsklasse wird demgemäß ein Kind noch wie ein Kind behandelt.“ Anpassungsschwierigkeiten an den gesellschaftlichen Wandel oder Bildungsvorgaben hätte die Waldorfschule eigentlich nie gehabt. „Wir waren schon früh sehr innovativ“, so Wagner. Das scheint eine große Außenwirkung zu haben. So interessierte sich eine Familie, die von Italien nach Deutschland zurück siedelt, ebenso wie eine Familie aus Stuttgart für die Angebote der Bexbacher Waldorfschule. Am Tag der offenen Tür lädt auch der Kindergarten traditionell zu einem Kennen lernen ein und gibt Einblicke in seine naturnahe Pädagogik. Bestandteil der Veranstaltung ist ebenso die Monatsfeier, mit der die einzelnen Klassen im vollbesetzten Festsaal die Besucher mit der musischen Arbeit an der Schule vertraut machten und begeisterten.

Rosemarie Kappler
Quelle: Höcherberg-Nachrichten 21.2.2008

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