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Sportturnier im Geist der Antike
Wenn man die rund 180 Fünftklässler der Waldorfschulen Otterberg, Bexbach, Saarbrücken, Bildstock,Walhausen und Trier am Dienstagmorgen über das Sportgelände des Ramsteiner Reichswaldstadions wuseln sah, fühlte man sich ein wenig wie in einer Zeitmaschine. In griechische Tuniken und bunte Schärpen gehüllt übten sich die Kinder dort in allerhand Disziplinen. Sie ließen damit gemeinsam mit Lehrern und Eltern das antike Sportfest wieder aufleben.
Der Gedanke, eine Olympiade zu veranstalten, sei im Unterricht entstanden, sagt Karen Müller, Sportlehrerin der Waldorfschule Otterberg: „In der fünften Klassenstufe lernen unsere Schüler etwas über Griechenland und da gehören seine antiken Sportveranstaltungen einfach dazu.“ Bei der praktischen Umsetzung wird laut Müller besonders darauf geachtet, nah am antiken Original zu bleiben. Nachdem die Kinder in ihren hellen Wettkampf-Tuniken die erste Stadionrunde hinter sich gebracht haben, wird um halb zehn das olympische Feuer entzündet. Danach lässt die Sportlehrerin fünf weiße Tauben als Zeichen des Friedens in den Himmel steigen. Ganz im Sinne des olympischen Gedankens tragen die Schüler den Spruch „Hiermit erklären wir die Olympischen Spiele 2007 für eröffnet“ in vielen verschiedenen Sprachen vor – sogar in Thailändisch und Ägyptisch. Ein feierlicher griechischer Tanz, den alle Schüler gemeinsam mit ihren Sportlehrern ausführen, läutet schließlich die Spiele ein. Auch beim Wettkampf wird auf Tradition geachtet: „Die Kinder üben sich im klassischen Fünfkampf, der aus Speer- und Diskuswurf, einem 50-Meter- Umkehrlauf, Weitsprung und Ringen besteht.“ Jede Disziplin werde von den Kampfrichtern bewertet, wobei beim Diskus- und Speerwurf nicht nur die Weite, sondern auch die Ästhetik des Wurfs eine Rolle spielt. „Und beim Weitsprung wird die Weite im Verhältnis zur Körpergröße jedes einzelnen Kindes gemessen“, erklärt die Sportlehrerin. Besonders gut gefällt ihr an der Olympiade, dass „sie keinen Wettkampfcharakter besitzt, sondern die Ausführung der jeweiligen Disziplinen im Vordergrund steht“. Auch die Kinder seien immer wieder von dem Sportfest begeistert, selbst „wenn sie am Anfang noch nicht so richtig wissen, was auf sie zukommt“. Schon bei den Vorbereitungen haben die Schüler eifrig mitgeholfen, unter anderem wurden die Speere von den Fünftklässlern selbst gemacht. „Jeder konnte seinen Speer so gestalten, wie er wollte, konnte den Griff mit Bändern umwickeln oder ihn bemalen“, weiß Karen Müller. Das fördere nicht nur die Kreativität, sondern steigere auch die Vorfreude der Kinder auf die Olympiade. Damit sich nicht alle Schüler zeitgleich einer Sportart widmen, wurden sie von ihren Klassenlehrern in vier Städte und vier Temperamente eingeteilt. So kämpfen die Kinder als heitere, kühne, trotzige oder träge Sportler für Sparta, Korinth, Athen und Delphi. Wer sich besonders anstrengt, der geht an diesem Tag auch nicht leer aus: Wie zu Ursprungszeiten erhalten die Sieger am Ende des Festes nämlich einen Efeukranz und können sich – wie einst die alten Griechen – danach gebührend feiern lassen. (dic)
Quelle: Rheinpfalz
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