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Schulen und Uni stellen Projekt auf rechtliche Grundlage
Hochbegabte Schüler dürfen schon studieren
Marburg. (son). "Uns hat es viel Spaß gemacht und wir haben viel gelernt", ist der einhellige Tenor der Schüler zu ihrem ersten Universitätssemester gewesen.
Die neun Hochbegabten in den Fächern Mathematik, Physik, Geschichte, Medienwissenschaft und Theologie dürfen im laufenden Schuljahr bereits Vorlesungen besuchen und erste Scheine erwerben.
Diese Lernort-Kooperation wurde am gestrigen Freitag (7. April) von der Philipps-Universität und neun Schulen des Kreises vertraglich geregelt. Begabte Schüler können nun einen kostenfreien Gasthörerstatus erhalten.
"Wir wollen das gelungene Experiment nun auf eine rechtliche Grundlage stellen", sagte Uni-Präsident Volker Nienhaus. Bisher sei vieles über persönliche Beziehungen zwischen einzelnen Schülern und Hochschullehrern gelaufen, die Anrechenbarkeit sei immer individuell entschieden worden. Nienhaus erwähnte auch die Vorreiterrolle, die Marburg auf diesem Gebiet hessenweit inne habe.
Im Hessischen Hochschulgesetz von 2004 ist bereits festgelegt, dass besonders begabten Schülern die Teilnahme an Lehrveranstaltungen und Prüfungen gestattet werden kann. "Dieses Projekt bietet weit mehr als ein Propädeutikum, da die Schüler bereits studienrelevante Leistungen erbringen können", erklärte Uni-Vizepräsident Herbert Claas.
Die vertragliche Regelung war neben der Klärung der Statusfrage auch zur Gewährleistung des Versicherungsschutzes notwendig geworden.
Das Angebot soll auf alle Fächer, die keinen Numerus Clausus besitzen, ausgedehnt werden. Angebot wird ausgedehntDie Zentrale Arbeitsstelle für Studienorientierung und -beratung (ZAS) wird die Schüler beraten, außerdem wird ihnen ein Tutor zur Seite gestellt.
Cordula Mai, die Initiatorin des Projekts und Direktorin der Martin-Luther-Schule (MLS), kündigte aber bereits an, dass sie noch mehr Ideen in petto habe. Bisher hatten ausschließlich Schülerinnen und Schüler der MLS an den Hochschulveranstaltungen teilgenommen und sämtliche Klausuren bestanden.
Folgende Schulen sind der Kooperation beigetreten: Martin-Luther-Schule, Elisabethschule, Gymnasium Philippinum, Adolf-Reichwein-Schule, Freie Waldorfschule, Käthe-Kollwitz-Schule, Stiftschule St. Jakob in Amöneburg und das Landschulheim Steinmühle.
Quelle: Marburger Neue Zeitung
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