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Tag der offenen Tür

Waldorfschule und Waldorfkindergarten informierten über ihre Leistungen und Stärken

Seit 1972 besteht der Waldorfkindergarten in Bexbach und er ist in das Gesamtkonzept der Freien Waldorfschule Saar-Pfalz integriert. Zum Jahresbeginn präsentieren sich deshalb regelmäßig beide Einrichtungen mit einem „Tag der offenen Tür" und bieten so interessierten Eltern die Gelegenheit zum Kennenlernen beider Einrichtungen, die auf pädagogischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Ebene zusammen arbeiten. Auch am letzten Wochenende nutzten viele die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit den Erziehern und Lehrern oder nahmen am Unterricht teil und besuchten die Schülerdarbietungen im Festsaal.

Der Kindergarten mit seinen vier Vormittagsgruppen bietet Platz für 90 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt. Auch wurde eine Nachmittagsgruppe für 20 Kinder gebildet. Betreut werden die Kinder von insgesamt zehn Kindergärtnerinnen in einer Wohlfühlatmosphäre die Naturnähe vermittelt. Die Waldorfkindergärten in Deutschland wollen Kindern vor allem Kompetenzen hinsichtlich Bewegung, Wahrnehmung, Sprache, Konzentration, Phantasie, Kreativität und Motivation, sowie Werte- und Sozial-Kompetenz vermitteln. Auch wenn es die Regel ist, so ist es noch lange keine Pflicht: Fast alle Kinder, die den Kindergarten durchlaufen haben, wechseln später an die Waldorfschule.

Die Freien Waldorfschulen sind in der Bundesrepublik nach den konfessionellen Schulen die drittgrößte Gruppe der Schulen in freier Trägerschaft. Als erste Gesamtschule hat die Waldorfschule seit ihrer Gründung 1919 das Prinzip der Auslese durch eine Pädagogik der Förderung ersetzt. Ohne Sitzenbleiben durchlaufen die Schüler den zwölfjährigen Bildungsgang.

Was zur Entwicklung der Individualität der Kinder zu tun ist, kann nach Auffassung der Waldorfpädagogik nur aus der unmittelbaren Begegnung zwischen Lehrer und Schüler entstehen. Insofern stellt die Waldorfschule in Frage, ob verordnete Inhalte und Arbeitsformen dem Anspruch des Kindes auf freie Entfaltung gerecht werden können. Seit die PISA-Stu-die die Schwächen des klassischen, dem Leistungs- und Wettbewerbsgedanken folgenden Schulunterrichtes offen gelegt hat, sehen sich die Pädagogen der Waldorfeinrichtungen noch mehr bestätigt und haben noch mehr Grund zum selbstbewussten Auftreten. Ein Wandel, der auch in der Öffentlichkeit spürbar geworden ist, denn die Vorurteile gegenüber der Waldorfpädagogik schwinden immer mehr.

Das Bildungskonzept ist auf die Weite der in den Kindern liegenden seelischen und geistigen Veranlagungen und Begabungen ausgerichtet. Deshalb tritt bereits vom 1. Schuljahr an neben den sachbezogenen Unterricht ein vielseitiger künstlerischer Unterricht. Handwerklicher Unterricht (vom 6. Schuljahr an) und Betriebs- und Sozialpraktika in der Oberstufe sollen einen wichtigen Beitrag zur lebenspraktischen Orientierung leisten.

Die Waldorfschulen versuchen, in den Schülern Fähigkeiten auszubilden, die über die rein analytische und quantitative Betrachtungsweise der Natur und des Menschen hinausführen und bei den jungen Menschen Offenheit für verschiedene Weltauffassungen veranlagen sollen. Wesentliches Merkmal der Waldorfpädagogik ist der frühe Fremdsprachenunterricht ab der 1. Klasse und der Epochenunterricht in den ersten zwei Stunden am Morgen, in denen generell der Klassenlehrer ein Fach über mehrere Wochen hinweg unterrichtet, um Zusammenhänge deutlicher werden zu lassen.

Statt Noten enthalten die Waldorfschul-Zeugnisse detaillierte Charakterisierungen, die Leistung und Leistungsfortschritt, Begabungslage und Bemühen in den einzelnen Fächern durchsichtig machen. Trotz des Fehlens von „Vornoten", was für die Schüler eine erschwerte Situation bedeutet, bestehen überdurchschnittlich viele der Schüler nach einem 13. Schuljahr die staatlichen Abschlussprüfungen zum Abitur.

Rosemarie Kappler
Quelle: Höcherberg Nachrichten

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25. November 2007
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