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STUDENTIN ZEIGT PREISGEKRÖNTE FILME IN HOF UND REHAU
Katarzyna Zak aus Polen ist als Sprachassistentin für einige Monate zu Gast an der Realschule Rehau und der Freien Waldorfschule Hof. Die 21-Jährige Studentin bringt außerdem eine „Spezialität“ ihrer Heimatregion Podlasie mit: Filme.
REHAU – „Das Leben in Ostpolen ist ganz normal. Die Menschen gehen in die Schule oder arbeiten, und sie haben ihre Hobbies“, erklärt Katarzyna Zak. Viele Menschen, die in Ostpolen – genauer gesagt in der Region Podlasie, an der Grenze zu Weißrussland – leben, haben ein gemeinsames Freizeitvergnügen: Filme machen. Über ihre Heimat, die zu den schönsten Landstrichen Polens zählt, oder über die Leute dort, die sich als besonders aufgeschlossen sehen.
Auch Katarzyna Zak hat schon einmal mitgearbeitet an einem Film – aber darüber möchte sie nicht reden. „Das war mit ein paar Freunden, nur zum Spaß“, lacht sie über ihren dreiminütigen Ausflug in die Welt der Filmemacher. Die 21-jährige Studentin aus Podlasie sitzt lieber vor der Kinoleinwand und sieht sich die Werke der Profis an. „Das polnische Kino ist nicht so gut“, gibt sie zu – dort würden fast nur Filme aus den USA gezeigt. Im Prinzip seien die nicht alle schlecht, aber wirklich schön sei ein Streifen nur, „wenn ich aus dem Kino komme und noch länger darüber nachdenken kann“.
Das Portrait des Mannes, der mit seinem Stuhl spazieren geht, ist eine solche Geschichte – so wie die Dokumentation über das Grenz-Dorf nahe Weißrussland im Polen vor der EU-Zugehörigkeit. Das sind Filme, wie sie beim Podlasie-Festival gezeigt werden, einer Präsentations-Plattform für Hobby-Filmer, dessen polnischer Name übersetzt soviel wie „Film-Attacke“ heißt.
Junge Leute seien die Filmemacher in Podlasie, Studenten der Filmhochschule oder einfache Amateure. Ihre Geschichten zeigen sie bei vielen derartigen Festivals in Polen – Dokumentationen, Komödien, Tragödien oder kurze Clips, die vom „hausgemachten Video“ bis zur Kooperation mit dem polnischen MTV reichen. Die Hofer Filmtage kennt Katarzyna auch, „aber ich habe es leider nicht geschafft, hin zu gehen“, sagt die 21-Jährige. Seit Oktober ist sie in Deutschland, hat eine Stelle als Sprach-Assistentin an der Markgraf-Friedrich-Realschule in Rehau und der Freien Waldorfschule in Hof. Drei Jahre während ihrer Schulzeit und zwei Jahre an der Universität habe sie Deutsch gelernt – „es ist Pflicht, dass wir eine zweite Fremdsprache belegen.“
Hauptsächlich nämlich studiert Katarzyna Englisch an einem Lehrerbildungskolleg in Bialystok. Im Rahmen des Comenius-Projekts gibt sie Englisch-Unterricht an den Schulen – „es ist aber immer ein Lehrer mit dabei“, verrät sie. Englisch spreche sie viel besser als deutsch, gesteht die Studentin – deswegen schleichen sich auch gerne mal „different themes“ oder „beautiful places“ ein, wenn sie erzählt.
Trotzdem, auf ihre große Leidenschaft wollte sie natürlich auch in Deutschland nicht verzichten: „Ich war schon zwei Mal im Kino“, berichtet sie. „Deutsche Filme sehen wir in Polen fast gar nicht.“ „Lola rennt“ oder „Das Boot“ gefielen ihr am besten.
Noch mehr begeistert ist sie aber von den Filmen aus ihrer Heimat, die mit vier Nationalparks in der unmittelbaren Umgebung oft „das polnische Amazonien“ genannt werde. Die Filme, die in diesem Landstrich entstehen, möchte sie den Deutschen einmal vorführen: Im Hofer Central Kino und in der Rehauer Realschule laufen in gut zwei Wochen die Streifen, die beim Podlasie-Film-Festival zu den besten gekürt werden.
Was genau zu sehen sein wird? „Das weiß ich selbst noch nicht“ – auf jeden Fall nur Filme aus „der grünen Lunge Polens“. Dort habe es derzeit minus 35 Grad, erzählt Katarzyna, und lächelt nur über die Temperaturen in Rehau. „Das ist aber selbst für Polen sehr kalt“ – minus 20 Grad, die wären jetzt normal. CHRISTOPH PLASS
Noch lieber als die Bücher, aus denen sie lernt, hat Katarzyna Zak Filmrollen – an zwei Abenden möchte sie Streifen aus ihrer Heimat Ostpolen vorführen FOTO: cp
Die besten Streifen des polnischen Podlasie-Film-Festivals werden am
Mittwoch, 22. Februar, um 20 Uhr im Central Kino Hof und am
Donnerstag, 23. Februar, um 19 Uhr in der Aula der Realschule in Rehau gezeigt.
Außerdem kommt zu beiden Terminen einer der polnischen Regisseure, um über seine Arbeit zu sprechen.
Quelle: Frankenpost Online
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