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"Das war komplettes Neuland für uns"
Aus dem FH-Forschungsbericht: Fachbereich Betriebswirtschaft ermittelt Image der Waldorfschule Bexbach Von merkur-Mitarbeiterin Jennifer Klein
In einem gemeinsamen Projekt haben die Freie Waldorfschule Saarpfalz in Bexbach und die Fachhochschule Zweibrücken, Fachbereich Betriebswirtschaft, eine Image-Analyse erarbeitet. Zweibrücken. "Dieser Auftrag war für uns auch komplettes Neuland", erinnert sich Professor Christine Arend-Fuchs. Image-Analysen für Unternehmen, das habe man schon öfters gemacht, aber dass eine Schule so etwas in Auftrag gebe, sei ungewöhnlich. Die Freie Waldorfschule Saarpfalz in Bexbach war an die Fachhochschule herangetreten, um im Rahmen einer empirischen Analyse das Image der Schule ermitteln zu lassen, als Basis zur Entwicklung einer Strategie, um sich im Wettbewerb mit anderen, staatlichen und privaten Schulen besser profilieren zu können.
Wettbewerb bestehen "Staatliche Schulen stehen nicht in dieser Wettbewerbssituation, wie es die Waldorfschule tut", erklärt Christine Arend-Fuchs. Ähnlich wie eine Privatschule könne sich auch die Waldorfschule nur am Leben erhalten, wenn sie genügend Schüler habe.
Seitdem die Ergebnisse der Pisa-Studie veröffentlicht wurden, haben die Waldorfschulen enormen Zulauf erfahren. Doch sind das alles nur verunsicherte Eltern, die vor einem als unzulänglich gebrandmarkten Bildungs- und Schulsystem flüchten oder steckt dahinter vielleicht doch die gezielte Suche nach pädagogischen Alternativen? An der Waldorfschule werden Lerninhalte ganzheitlich und an der Entwicklung des Kindes orientiert vermittelt, stehen Persönlichkeit und Individualität der Kinder im Mittelpunkt. Einerseits nun dieser unerwartete Zuspruch zu den Waldorfschulen, andererseits hält sich in Teilen der Bevölkerung hartnäckig das Klischee vom "Müsli-Esser" und Ökö-Sandalen-Träger; "die Waldorfschule als "Öko-Schule, wo die EDV zu kurz kommt", bringt Christine Arend-Fuchs das Ergebnis einer Straßenumfrage in Bexbach, Neunkirchen und Homburg auf eine Formel.
Nach intensiven Vor-Gesprächen mit Vertretern der Schule zu allgemeinen Zielsetzungen und zum Konzept der Waldorfpädagogik erarbeiteten die beiden Diplomandinnen Saskia Schweitzer und Melanie Rether, betreut von Susanne Egler, Diplombetriebswirtin (FH) und Christine Arend-Fuchs, einen Fragebogen. Befragt wurde ein repräsentativer Querschnitt von Schülern, Eltern und Lehrern, wie sie "ihre" Waldorfschule sehen, aber auch "externe Meinungsführer", wie Bürgermeister, Rektoren anderer Schulen oder Politiker im Bereich des Bildungswesens. Der Rücklauf der Fragebögen war sehr hoch, was auf ein hohes Interesse an der Fragestellung hindeutet. Aus den zahlreichen Einzelergebnissen lassen sich einige Haupttendenzen herauskristallisieren: Die Schule hat bei allen Befragten ein sehr klares Profil: Individuelle Erziehung, die Förderung musischer, künstlerischer und handwerklicher Fähigkeiten werden allgemein positiv beurteilt. Vor allem die öffentlichen und kulturellen Angebote der Schule werden sehr geschätzt.
Klares Profil "Und gerade bei der Vermittlung der Schlüsselqualifikationen, die heute gefordert werden, hat die Waldorfschule ihre Stärken", erklärt Christine Arend-Fuchs. Den Schülern werden allgemein hohe soziale Kompetenz wie Verantwortungsgefühl, Selbstbewusstsein und Teamgeist zugesprochen. "Die Schüler lernen dort zum Beispiel von klein auf, auf der Bühne zu stehen, frei zu reden", so Arend-Fuchs.
Christine Arend-Fuchs: "Unsere Befragung ergab, dass 87,7 Prozent der Eltern die Schule weiterempfehlen würden. Das spricht Bände."
Ob und wieweit es wünschenswert ist, etwas zu verändern - so wünschten sich zum Beispiel die Schüler eine stärkere Beschäftigung mit Technik und Neuen Medien, bleibt der Diskussion in der Schulgemeinschaft überlassen, zieht Christine Arend-Fuchs ihr Resümee. Die Ergebnisse der Studie wurden den Lehrern, Eltern und Schülern an zwei Terminen vorgestellt.
Auf einen Blick Die Waldorfschule Saarpfalz in Bexbach ist eine Schule in freier Trägerschaft. Zurzeit besuchen 433 Schüler die Schule; das Einzugsgebiet reicht von Homburg, Pirmasens, Kusel, Zweibrücken bis Saarbrücken, St. Ingbert, Neunkirchen.
In einem gemeinsamen Projekt der Waldorfschule und des Fachbereichs Betriebswirtschaft der Fachhochschule in Zweibrücken wurde eine empirische Analyse zur Ermittlung des Images durchgeführt. Ziel ist eine Profilierung der Waldorfschule im Wettbewerb mit vergleichbaren staatlichen und privaten Schulen. jen
Quelle: Pfälzer Merkur
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