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Schiller, der Supertyp

Das Finale des Schillerwettbewerbs an saarländischen Schulen
Der Schillerwettstreit für alle Schulen des Saarlandes ging gestern in seine letzte Runde - es gab viel Originelles zu sehen, darunter den Dichter als Zecher.

VON SZ-MITARBETERIN KERSTIN KRÄMER

Saarbrücken. Es fiel ein „Handschuh“ nach dem andern. Dazwischen wurde etliche Male die „Bürgschaft“ geleistet, blitzte der „Ring des Polykrates auf – aber hat Friedrich Schiller nicht noch anderes geschrieben? Diese Frage drängte sich gestern morgen auf, als in der Alten Feuerwache die Früchte des Schreierschen „Balladen-Erlasses“ geerntet wurden. Auf Betreiben von Kultusminister Jürgen Schreier und in Kooperation mit dem Theater Überzwerg hatte das Ministerium für Bildung einen Schillerwettstreit für alle Schulen im Saarland ausgelobt.

Schüler, Gruppen oder ganze Klassen waren aufgefordert, Schillerballaden zu lesen, zu rezitieren oder sonstwie in Szene zu setzen. Für die Endausscheidung in vier verschiedenen Kategorien hatten sich rund 100 Schülerinnen und Schüler qualifiziert, die sich einer fünfköpfigen Jury präsentierten. Darin vertreten: Kurt Josef Schildknecht, Intendant des Saarländischen Staatstheaters; der Lyriker und Universitätsdozent Dirk von Petersdorff; Ulrike Niederländer, Fachleiterin Deutsch am Saarbrücker Ludwigsgymnasium; Bob Ziegenbalg, Schauspieler und künstlerischer Leiter der Überzwerge, und Irmela Freigang, Referatsleiterin im Kultusministerium. Gewertet wurde nach drei Kriterien. Erstens: Vortragskunst und Präsentationstechnik; mit Akzent auf deutlicher Aussprache – hieran haperte es öfters –, sinngemäßen Betonungen und angemessenem Tempo sowie der Ausschöpfung stimmlicher Möglichkeiten. Zweitens: Textgestaltung – werden Stimmung und Atmosphäre der Ballade getroffen, Pausen wirkungsvoll gesetzt? Das dritte Kriterium: Originalität. Erwartungsgemäß gab es viel von Pädagogenhand Einstudiertes zu hören und sehen. Aber auch Selbstbewusstes und Freches. In einer Bandbreite von schlichter, konzentrierter Solo-Deklamation bis zum coolen Rap. Als Schattenspiel, Publikumsanimation, Massenspektakel, Film oder – zu Recht mit einem ersten Preis ausgezeichnet – Monolog eines Zechbruders. Oder als selbst gedichtete Fortsetzung, die vielleicht nicht unbedingt einem Schiller, aber einem Robert Gernhardt zur Ode an die Freude gereicht hätte. Jedenfalls: „Ein Supertyp, dieser Schiller!“, meinte der Minister.


Auf einen Blick
Die Preisträger im Gruppenwettbewerb Sekundarstufe 1. 1. Preis: Klasse 10/2 des Warndtgymnasiums Völklingen. 2. Preis: Gruppe der Johannes-Schule (Heilpädagogische Freie Waldorfschule) Bildstock. 3. Preis: Klasse 7c des Gymnasiums Ottweiler. Einzelwettbewerb Sekundarstufe 1. 1. Preis: Gabriel Schneider und Jonas Binkle (Gymnasium am Steinwald, Neunkirchen). 2. Preis: Sabine Stein (Willi-Graf-Realschule Saarbrücken). 3. Preis: Elisa Schmitt (Warndtgymnasium Völklingen). Ein weiterer Preis ging an die Grundschule Hohe Wacht, Saarbrücken. Im Gruppenwettbewerb Sekundarstufe 2 (es gab nur einen Beitrag) wurde kein Preis vergeben.red
Quelle: Saarbrücker Zeitung

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25. November 2007
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