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Die Zuhörer wagten kaum, sich zu rühren

Zum 30-jährigen Bestehen der Waldorfschule in Bexbach legten sich die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrer für das Jubiläumskonzert mächtig ins Zeug. Unter anderem gab's die "Carmina Burana".

Bexbach. "Liebe Festgäste, herzlich willkommen..." - weiter kam Musiklehrer Michael Bernhardt nicht bei seiner Begrüßung der gespannt harrenden Zuhörer. Denn unüberhörbar wurde hinter den Kulissen gesungen: "Freude, schöner Götterfunken...", allerdings in einer "Probenversion", die einem Katzenkonzert Ehre gemacht hätte. "Nein, Freunde, nicht diese Töne, lasst uns angenehmere anstimmen, und freudenvollere", rief der Musiklehrer unter dem verständnisvollen Gelächter des Publikums und enteilte, um seinen Chor auf der Bühne in Stellung zu bringen. Und dann tönte die berühmte "Ode an die Freude", die seit 1986 auch Europa-Hymne ist, noch einmal durch den Festsaal - aber diesmal in strahlend hellen, jubilierenden Tönen. Ein Stück, das dem freudigen Anlass, dem Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Bestehen der Freien Waldorfschule Bexbach am vergangenen Wochenende, angemessen war.

Michael Bernhardt hatte für den ersten Konzertteil ein spannendes Programm zusammengestellt: Schüler der Klassen sechs und sieben präsentierten zwei bezaubernde französische Lieder aus dem Film "Les choristes" - "Die Kinder des Monsieur Mathieu". Das Unter- und Mittelstufenorchester spielte eine "Suite nach Béla Bartók", Stücke im Stile des ungarischen Komponisten, die Schüler der Klasse fünf im Musikunterricht selbst komponiert hatten.

Viel Applaus erntete auch das Streichorchester der Oberstufe mit der Solo-Harfenistin Mariam Fathy für ihre Interpretation von Georg Friedrich Händels Harfenkonzert in B-Dur. Nach der Pause ging das Konzert weiter mit einem Paukenschlag - im wahrsten Sinne des Wortes: mit Auszügen aus Carl Orffs Meisterwerk "Carmina Burana". Rund 130 Schüler der Klassen acht bis zwölf, 15 Lehrer und rund 40 Eltern und Ehemalige hatten in wochen- und monatelanger gemeinsamer Arbeit das Werk eingeübt.

Aus den drei Teilen (Primo vere, In Taberna und Cours d'amours) wurden Auszüge der teils lateinisch, teils mittelhochdeutsch gesungenen "Cantiones profanae" (so der Untertitel, zu deutsch: "weltliche Gesänge") aus dem 12./13. Jahrhundert präsentiert. Mit mächtigen Paukenschlägen trieben die Schlagwerker um Amby Schillo Chor und Orchester an; der Chor und der Solist Klaus Sander zogen mit der Gewalt von rund 200 Stimmen das Publikum in seinen Bann, so dass man sich kaum zu rühren wagte.

Nicht nur die allgemein gültige Darstellung elementarer menschlicher Lebenssituationen hat das Werk zu einem der meistgespielten in der E-Musik gemacht, sondern auch die schiere Kraft und Monumentalität der Musik und die eingängigen Melodien.

Die musikalische Gesamtleitung des Mammutprojektes hatte Carl-Michael Conrad, "der zwar manchmal verzweifelt war, aber niemals aufgegeben hat!", wie Karin Sander in ihren Dankesworten augenzwinkernd anmerkte. Mit stehenden Ovationen und lautstarken Zugabe-Rufen bedankte sich das Publikum im vollbesetzten Festsaal für ein außergewöhnliches Konzert, das einer der Höhepunkte und zugleich Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten war.

Auf einen Blick

Passend zum Welt-Tag der Musik bekam die Freie Waldorfschule Bexbach am vergangenen Samstag noch eine besondere Anerkennung. Vom Kultusministerium erhielt sie die Auszeichnung als "Singende Schule". Das gleichnamige Projekt besteht seit mehreren Jahren und fördert solche Schulen, an denen besonderen Wert auf musische Erziehung gelegt wird.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

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25. November 2007
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