Schule in Bewegung
   

Nachrichten und Presse 

Leben und lernen im Rhythmus

Am Anfang belächelt und misstrauisch beäugt, hat sich die Freie Waldorfschule mit ihrem pädagogischen Konzept in der Schullandschaft etabliert. Vor 30 Jahren öffnete in Bexbach die erste Freie Waldorfschule im Saarland. Zum Geburtstag gibt es ein neues Logo und Veranstaltungen mit Infos und Unterhaltung.

Bexbach. Vor 30 Jahren fand sich eine Hand voll engagierter Menschen zusammen, um in Bexbach eine Freie Waldorfschule zu gründen, die erste im Saarland überhaupt. Die Schule begann als "Untermieter" am 22. September 1975 in der Homburger Langenäckerschule. Aus den anfänglich zwei Klassen wurden drei, dann vier, und so zog die Schule um ins Gebäude der ehemaligen Grundschule in Webenheim. Schließlich bot die Stadt Bexbach das jetzige Schulgelände in der Parkstraße an. Früher befand sich hier der ehemalige Schlammweiher, die Kohlenwäsche der Grube Bexbach.

Im Herbst 1977 konnten Schüler und Kollegium in das von dem Architekten Christoph Waltjen entworfene Kleine Haus einziehen, in dem heute die Klassen eins bis sechs untergebracht sind. 1980 folgte der Hort, 1986 das Große Haus, seit 1991 ist der Schule auch ein Waldorf-Kindergarten angegliedert.

Am Anfang, 1977, wollten Gegner hartnäckig verhindern, dass die Schule ihre Tore öffnete. Angesichts des Aufgebots an Presse, Rundfunk und Fernsehen, die alle verfolgen wollten, wie man die Kinder am Betreten der Schule hindern wollte, wagten sie es aber doch nicht. Seitdem hat sich die Schule, zuerst als "Exoten" wahlweise belächelt oder misstrauisch betrachtet, etabliert - auch wenn sich in manchen Köpfen die Klischees über die "Waldis" nur zäh und langsam auflösen lassen. Vieles ist in der Tat anders als an staatlichen Schulen: Als freie Schule verwaltet sich die Waldorfschule selbst, es gibt keinen Direktor, sondern das Lehrerkollegium übernimmt die Verantwortung. Die Einbeziehung der Elternschaft, sei es bei Renovierungsarbeiten oder Festvorbereitungen, ist oft genug Anspruch und Herausforderung. Gleichzeitig sorgt das Gefühl des gemeinsamen Wirkens für eine besondere Atmosphäre und Gemeinschaftsgeist an der Schule. Dieser fußt auf der Waldorfpädagogik mit ihrer Orientierung an der Individualität jedes Kindes, der Idee von leben und lernen im Rhythmus, individuellen Leistungsanforderungen statt standardisierter Muster. Seit der PISA-Studie, der dadurch ausgelösten Verunsicherung und dem Umbau im staatlichen Schulsystem, der viele Eltern ratlos oder verärgert zurücklässt, erleben die Waldorfschulen generell Zulauf. Die Bereitschaft, sich mit alternativen Schul- und Lernsystemen auseinander zu setzen, wächst. So gibt es in der Bexbacher Waldorfschule jetzt, im Jahr ihres 30-jährigen Bestehens, wegen der großen Nachfrage erstmals zwei erste Klassen statt traditionell einer. Seit drei Jahren arbeitet die Waldorfschule auch im Netz der Unesco-Projektschulen mit (weltweit 6000), steht daher in ständigem Austausch mit den verschiedensten anderen Schulen zu aktuellen Zeit- und pädagogischen Fragen. Lehrer Gerd Neukirch wurde zum Koordinator der Regionalgruppe berufen.

Als "Geburtstagsgeschenk" zum 30-Jährigen hat man sich ein neues Logo geleistet, gestaltet von der Saarbrücker Grafikerin Magdalena Gadaj, das filigraner und moderner als das alte das Motto "Schule in Bewegung" vermitteln soll. Und in den Monaten September und Oktober findet eine Reihe von Veranstaltungen zum Jubiläum statt (siehe Info), unter anderem ein Festkonzert mit der "Carmina Burana" von Carl Orff, ein Puppenspiel "Hans im Glück" und ein Geburtstagsball.

Auf einen Blick

Auszug aus dem Fest-Programm:
Freitag, 23. September, 20 Uhr, Festsaal: Vortrag von Rainer Patzlaff: "Was Kinder zukunftsfähig macht";

Samstag, 24. September, neun Uhr, Festsaal: Öffentliche Monatsfeier mit Festakt und Puppenspiel "Hans im Glück"; Citylauf;

Dienstag, 27. September, 20 Uhr, Festsaal: Vortrag Albert Schmelzer "Erziehung ist Kunst - Perspektiven einer Schule mit Zukunft".

Samstag, 1. Oktober, vormittags Festkonzert, ab 20 Uhr Geburtstagsball mit Ehemaligentreffen. Bühnen-Acts von ehemaligen Schülerinnen und Schülern, Konzert mit den Schülerbands The loose belt und The Substitutes und der Band Swinging Puhl (Andreas Puhl, Klavier, Keyboards, Jörg Jenner, Bass, Alain Nau, Schlagzeug, Amby, Gitarre, Percussion, Gesang, Kirsti Alho, Gesang).

Sonntag, 2. Oktober, und Montag, 3. Oktober, 17 Uhr: Festkonzert mit Stücken aus Carmina Burana. Der Eintritt ist frei, wegen der begrenzten Platzzahl aber nur mit Karten möglich; Karten und Reservierungen im Schulbüro, Telefon: (06826) 3260.

von SZ-Mitarbeiterin Jennifer Klein

Das vollständige Programm finden Sie hier: http://www.waldorfschule-bexbach.de/fws/veranstaltungskalender.htm
Quelle: Saarbrücker Zeitung

| Zurück zur Übersicht |

 

   


Platzhalter Platzhalter HomeSchulen der RegionKindergärten der Region20 Fragen zur WaldorfpädagogikNachrichten und PresseTerminkalenderInformationsmaterialGästebuchLinksImpressumKontaktLogin |

Regionale Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen Rheinland-Pfalz, Saarland und Luxembourg e.V., Schulstr. 11, D-66126 Saarbrücken
webmaster@fuers-leben-lernen.de

25. November 2007
Webdesign: NetScript
Platzhalter