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Premierenfest in der Waldorfschule

Um zu zeigen, dass man auch an Waldorfschulen das Abitur machen kann, gab es in der Bexbach Schule erstmals eine öffentliche Verabschiedungsfeier für den Abijahrgang 2005.

Bexbach. Das gab es in der Waldorfschule noch nie: Zum ersten Mal fand eine öffentliche Abiturfeier für die 19 Abiturienten des Jahrgangs 2005 statt. Eine angemessene Entscheidung, meinte Elternsprecherin Hildegard Schömann: "Als Erstklässler seid Ihr von der ganzen Schulgemeinschaft aufgenommen worden, so sollt Ihr auch von allen verabschiedet werden."
Mit einer solchen Feier werde wahrgenommen, dass auch an der Waldorfschule das Abitur gemacht werde - "das ist nicht allen bewusst", bedauerte Schömann und meinte: "Die 19 sind der leibhaftige Beweis dafür, dass die Waldorfschule sich auf intellektuellem Gebiet nicht verstecken muss." An die Abiturienten gerichtet, erklärte die Elternsprecherin: "Mit allem, was Ihr gelernt und erfahren habt, seid Ihr gut gerüstet. Was Ihr daraus macht, liegt an Euch. Es kommt darauf an, dass jeder seinen Weg und seine Aufgabe im Leben findet."

Zuvor hatte Johannes Krebs - Jahrgangsbester mit der Gesamtnote 1,1 bei einem Gesamtdurchschnitt von 2,6 - einen launigen Rückblick auf die zurückliegende Schulzeit gehalten und dabei auch kritische Worte zur Unterrichtsstruktur gefunden. So regte er beispielsweise an, den mittleren Bildungsabschluss, der zurzeit in der 12. Jahrgangsstufe abgelegt wird, vorzuziehen, "um die Belastungen in der 12. Klasse zu reduzieren". Zudem empfahl Krebs, Leistungs- und Grundkursfächer zukünftig gemeinsam mit den Schülern individuell auszusuchen und vor Beginn des Kursunterrichts "den Stellenwert gewisser Fächer besser zu vermitteln". Im Interesse der unterschiedlichen Begabungen solle versucht werden, die theoretisch möglichen Fächerkombinationen auch tatsächlich anzubieten.

Krebs betonte jedoch trotz aller Kritik: "Unsere Schulzeit war sehr lehrreich." Es sei eine so beglückende Zeit gewesen, dass er zum jetzigen Augenblick gerne sagen würde: "Verweile doch, Du bist so schön." Wer die Waldorfschule besuche, solle sich darüber bewusst sein, "welches Glück er habe, auf diese Schule zu gehen".

Alfred Ströher, Mathematik- und Betreuungslehrer der Abiturklasse, stellte selbstkritisch fest, er könne es nicht lassen, seine ehemaligen Schüler über die Schulzeit hinaus zu belehren und kündigte an: "Mathematische Grausamkeiten gehören für Euch nicht der Vergangenheit an." Pantomimisch unterstützt von Schülern der elften Klasse, ließ er den Tag des Bäckers Bodo-Kurt Mehl Revue passieren und bewies mit viel Humor und Augenzwinkern: Auch ein von Mathematik vermeintlich weit entferntes Leben ist bestimmt von Gleichungen und Formeln.

Bevor er den Abiturienten ihre Abiturzeugnisse überreichte, gab er ihnen die desillusionierende Erkenntnis mit auf den Weg: "Ihr kommt nie und nimmer um Mathe rum." Nachdem der Unterstufenchor und die erste und zweite Klasse die Abiturfeier musikalisch und szenisch eröffnet hatten, endete die Verabschiedung mit einem Ständchen der elften Klasse: "We don't need no education. Teacher leave those kids alone." Vor Abiturienten war das sicher ironisch gemeint. cros

Bexbach. Die Abiturientinnen und Abiturienten der Bexbacher Waldorfschule: Vera Agn&;, Lucas Belser, Aaron Biehl, Anna Drumm, Andreas Grub, Loren Grunert, Christoph Heß, Wilhelm Kächler, Anna Kissel, Judith Kleinmann, Johannes Krebs, Kristina Maue, Andreas Pfeiffer, Natalie Ruf, Philipp Sattler, Barbara Schömann, Sarah Schwartz, Michael Siryj, Lucia-Philine Ziegler. red
Quelle: Saarbrücker Zeitung

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25. November 2007
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