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Spannung mit dem Schinderhannes
Waldorf-Schüler spielten die Geschichte der Hunsrücker Legende in Original-Mundart
Mit viel Intensität spielten die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse das Theaterstück "Schinderhannes" von Zuckmayer. Mit viel Spannung verfolgten die Zuschauer das Geschehen. Bexbach. Die so genannten Klassenspiele haben ihren festen Platz im Lehrplan der Waldorfschulen. Jeweils jede achte und zwölfte Klasse studiert ein Theaterstück ein und bringt es zur Aufführung. Es werden zwei Besetzungen gebildet und wirklich alle Schüler einer Klasse übernehmen eine oder gar mehrere Rollen. So wurde an zwei Tagen auch an der freien Waldorfschule in Bexbach von der achten Klasse das Stück "Schinderhannes" von Carl Zuckmayer aufgeführt.
Großer pädagogischer Wert Wer einmal miterlebt hat, wie im Laufe der Vorbereitungen schließlich alle sich in den Dienst der Sache stellt, und wie schließlich ein sehenswertes Theaterstück wird, was bis zwei Wochen vor der Aufführung noch zum Haareraufen war, der kann unschwer nachvollziehen, welch pädagogischer Wert in einem solchen Projekt steckt, sowohl für den einzelnen als auch für die ganze Klasse.
Wenn dann am Ende der Aufführungen der Beifall aufbrandet, und lauter strahlende, gelöste Gesichter auf der Bühne zu sehen sind, dann ist das nicht nur für die Akteure, sondern auch für die Zuschauer eigentlich das Schönste am ganzen Stück. Aber solche Momente muss man sich hart erarbeiten, und so war es auch diesmal.
Mit dem "Schinderhannes" von Zuckmayer hatte die Klasse sich ein Stück ausgesucht, das sich eng an historische Ereignisse anlehnt. In den Jahren 1796 bis 1802 lebte Johannes Bückler, genannt der Schinderhannes, als flüchtiger Dieb in den Wäldern zwischen Saarbrücken und Mainz und machte mit seiner Bande die Gegend unsicher. In Robin-Hood-Manier ging er auf Beutezug, hatte als charismatische Persönlichkeit eine Menge Gefolgsleute um sich geschart und hatte durchaus Sympathie und Unterstützung in der armen Bevölkerung. Julchen Blasius, die er im Jahre 1800 kennen lernte, schloss sich seiner Bande an und versuchte, ihn von seinem Kampf gegen die französische Besatzungsarmee abzubringen. Im Jahre 1802, im Alter von 25 Jahren, wurde er von zwei ehemaligen Mitgliedern seiner Bande verraten und in einem Schauprozess zum Tode verurteilt.
Soweit der Inhalt des Schauspiels. Es gab Szenen, die wurden in der Schule mit solcher Intensität gespielt, dass man die berühmte Stecknadel hätte fallen hören können. Man vergaß förmlich, dass man hier in einer Schüleraufführung saß und war gepackt vom Schauspiel.
Herausforderung gemeistert Neben den schauspielerischen Anforderungen barg diese Stück noch eine zusätzliche Herausforderung: Es ist in Hunsrücker Mundart geschrieben. Die achte Klasse hat auch diese Herausforderung mit Bravour gemeistert. Als die Schüler am Schluss strahlend auf der Bühne standen, gab es verdienten und lang anhaltenden Beifall. Ein bisschen Wehmut wird auch dabei gewesen sein: "Schade, dass es vorbei ist."
Am 8. und 9. September wird das nächste Klassenspiel im Festsaal der Waldorfschule in Bexbach zu sehen sein wird: Die zwölfte Klasse wird dann "Nachtasyl" von Maxim Gorki aufführen. red
Quelle: Saarbrücker Zeitung
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