Schule in Bewegung
   

Nachrichten und Presse 

Erlebniswoche in der Natur

Szenen von der Erlebniswoche beim Kanu-Club in Zweibrücken. Foto: Peter Fromann

Eine Woche lang paddeln, zelten und die Natur erforschen - das erlebten 30 Bexbacher Waldorfschüler bei einer Erlebniswoche, die ihnen der Kanu-Club Zweibrücken ermöglicht hatte.

Zweibrücken. Spaziergänger, die am Gelände des Kanu-Club in Zweibrücken am Hornbach in Ixheim in der vergangenen Woche vorbeikamen, werden sich verwundert die Augen gerieben haben: Jede Menge Zelte stehen auf dem Gelände und entsprechend viele Schüler toben auf der Wiese herum und sitzen abends am Lagerfeuer und brutzeln sich etwas zu essen.
Noch keiner der Schüler hat je in einem Kanu gesessen und gepaddelt und Wasser hat so seine Tücken. "Gestern ging es ja noch, da haben wir auf dem Bostalsee geübt, keine Strömung und alles ganz ruhig", sagt Thora. Aber heute im strömenden Hornbach. "Wir haben ganz schön Angst", sagen zwei Mädchen. Aber was soll schon passieren! Der Fluss hat kaum zwei Fuß Wasser. Viktoria ist gestern schon mit dem Boot umgekippt. Sie brauchte aber keine Eskimorolle, um wieder aufzutauchen, denn sie war nicht wasserdicht eingedeckt im Boot, wie Profis das so sind. "Ein bisschen kalt war es schon", sagt Viktoria, der dieses Mal der Name - Viktoria kommt aus dem Lateinischen und heißt Sieg - nicht viel weiter geholfen hat. Oder doch? Sie hat gelernt, dass man knifflige Situationen am besten besonnen und ohne Angst meistert. Sie ist also weiter begeistert dabei!


Drei Bäche entlang
Heute werden die Boote zur ersten Bachfahrt ins Wasser gelassen, keine ganz leichte Aufgabe, denn die Böschung ist hoch und steil. Die Boote, ob Einer, Zweier oder Dreier, sind allerdings aus Kunststoff und recht leicht. Natürlich helfen alte Hasen den Schülern fleißig. Ute Rinck lässt die Boote zu Wasser, ein paar Schüler helfen ihr dabei, noch etwas ungeschickt. Die notwendigen Griffe sitzen noch nicht so. Als alle 30 in den Booten schaukeln, beginnt das Abenteuer, eine Dreibächefahrt: Hornbach, Schwarzbach und Blies bis rüber nach Bierbach. Zurück geht's dann mit dem Auto. Helfende Hände und Autos stehen ausreichend zur Verfügung. Denn zur Waldorfphilosophie gehört es, dass die Eltern mit anpacken.

Klassenlehrer Alfred Kaufmann ist ganz bei der Sache. Erlebnispädagogik heißt diese Abenteuerwoche in Zweibrücken. "Weg von Fernseher und Computer, hin zur Natur, durch Erleben lernen", meint er.

Eine Woche mit allem Drum und Dran kostet 100 Euro. Ein Mitglied des Vorstandes sagt: "Natürlich verdienen wird nicht daran, im Gegenteil, wir erbringen jede Menge Leistung. Aber wir hoffen, dass der eine oder andere sein Herz für den Kanu-Sport entdeckt und irgendwann einmal Mitglied bei uns wird." Im Übrigen muss kein Vereinsmitglied an Wettkämpfen teilnehmen, sondern kann Kanufahren einfach als Hobby betrieben, um Natur pur zu erleben. Der Kanute wird ganz allein und allmählich zum Naturfreund.

Schwimmen ist bei allen Teilnehmern selbstverständliche Voraussetzung. In der sechsten Klasse können alle schwimmen, dafür wird schon im Sportunterricht gesorgt. Mit der Woche wächst die Begeisterung: David und Kevin sind, wie man sagt, ganz aus dem Häuschen: "So macht Lernen doppelten Spaß", lautet ihre Erkenntnis.

Und Alfred Kaufmann sieht das Prinzip der Waldorfschule aufs Schönste bestätigt. Soziales Verhalten und Fairness werden durch derartige Erlebniswochen gestärkt. Gemeinschaftssinn entwickelt sich, Freundschaften, auf die Verlass ist, entstehen. Kanufahren als Schule fürs Leben.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

| Zurück zur Übersicht |

 

   


Platzhalter Platzhalter HomeSchulen der RegionKindergärten der Region20 Fragen zur WaldorfpädagogikNachrichten und PresseTerminkalenderInformationsmaterialGästebuchLinksImpressumKontaktLogin |

Regionale Arbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen Rheinland-Pfalz, Saarland und Luxembourg e.V., Schulstr. 11, D-66126 Saarbrücken
webmaster@fuers-leben-lernen.de

25. November 2007
Webdesign: NetScript
Platzhalter